Tausendblumenteppiche

Den burgundischen Herzögen im 15. Jahrhundert schien das Paradies mit all den Blumen ihrer Welt auf Tapisserien und Teppichen weiter zu bestehen. In unseren Gärten aber erblühen fleischfressende Silikonhybride: Un-Fine Verdure. Wir erinnern uns , wie eine Liebes-Blume aussieht, aber wir fragen, ob sie infektiös ist und wie uns ihre Früchte gesonnen sein werden. Was transformiert sich nun auf der chymischen Grenzschicht der Teppiche, die wir ,wie im Alltag, lieber mit dem Boden von uns abgewandt wüssten? Die Fleurs du Mal? Eine Spur des Guten* von Philipp? Dieses eigentümlich ausgeblichene Leuchten der Farben: Natürlich-morbide-künstlich-fahl.

Auszug aus „Alchemistische Hochzeitsreise“ von
Volker Hamann

 

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