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Archaische isländische Landschaften -langsam weich in der Ferne verschwindend- entstanden durch Ablagerungen in Millionen von Jahren, sind die vorwiegende Inspirationsquelle für die Arbeiten von Margret Schopka.

Nahezu alle ihre Arbeiten, auch wenn sie nicht die Landschaft als Thema haben bzw. darin entstanden sind, erinnern an landschaftliche Formationen: so auch Portraits,  collagierte TausendBlumen-, Sandteppiche  usw.

Die LandArt (ein modernes Kunstwort.. !!) von Margret Schopka ist eine behutsame unspektakuläre integrative Kunstform. Dagegen kann "Landkunst"  zuweilen mit rigorosen Eingriffen von "Menschenhand" in die Natur, viel energetischem und finanziellem Aufwand einhergehen- Kunstmüll und ggf. bleibende "Wunden" hinterlassend. Ein Glück- es gibt auch viele postive Beispiele für Landschaftsveränderung. Margret Schopka hinterläßt keine bleibenden Spuren in der Landschaft. Ephemere Kunst ... eine  umweltfreundliche im positiven Sinne "bescheidene" Variante der LandArt.  Eins ihrer künstlerischen  Merkmale. Sie arbeitet alleine auf sich gestellt in der weiten isländischen Landschaft und läßt sich vor Ort überaschen und inspirieren. Fast alle ihre Arbeiten sind vergänglich..... jedenfalls am Ort des Geschehens. So sind wir dankbar für die Hinterlassenschaften in der Dokumentation. Ein Sandteppich zB.- enstanden durch übersieben und sehr vorsichtige Wiederentfernung eines Tischtuches mit Lochstickerei, kann durch einen einzigen Windhauch oder eine kurze Regenschauer in Sekunden der Vergangenheit angehören. Ebenso die nach der gleichen Arbeitsweise entstandenen Grundrisse eines antiken Tempels aus der Renaissance-Epoche. Hier wurde das zarte textile Material durch von der Künstlerin ornamental ausgeschnittenen Teppichboden ausgetauscht und eingesiebt. Kurzfristige Naturlaunen  können diese Schönheiten für alle Zeit wieder in´s Unsichtbare versinken lassen.

In der Kombination von Malerei und Fotografie als Collage entstehen fantastisch anmutende visionäre Landschaften. Hier "wachsen"durch Malerei- unter einer Landschaftsfotografie die Vision eines darunter sonst unsichtbaren Untergrundes. Da ist scheinbar eine senkrecht mit großem scharfen Messer durchtrennte reale schroffe  FelsenFormation mit vielen Gesteinsbrocken und Felsspitzen usw. zu sehen, perfekt- naturalistisch gemalt darüber, beides nur getrennt durch eine feine dünne weiße  Linie. Margret Schopka erklärte mir... diese Formationen wären beim Malen intuitiv "vor ihrem inneren Auge" entstanden. Das soll es ja geben... Dies ist mE.  ja nur möglich, bei einer innigen Verbundenheit mit einer Landschaft bzw. einem Ort. In einer anderen Collage wurde die Landschaft unter der Erdoberfläche durch ein surreales Gebilde (ehemals ein Brillenetui) mit fragiler sensibler Stickerei, ergänzt durch ein textiles Tigerfellmuster. Erotisch wollüstig, an ein großes Spiegelei erinnernd, umgeben von grünen blättern, wie frischgekochter Spinat.

Unnachahmlich, unerwechselbar .... eigenständig ist Margret Schopkas Arbeit...keine großen Vorbilder lassen aufdringlich grüßen !!!EatArt in höchster Vollendung. Viele Vergleiche aus anderen Bereichen drängen sich geradezu auf.. Worüber wandeln wir (mental,real) ?.

Nicht zuletzt die vor Ort entstandenen Blütenteppiche, wo unsereins drin baden möchte, werden der Natur wieder zurückgegeben. Bei manchen Teppichen schimmern jedoch noch die alten verblassten Muster der Original-Auslegeware aus Oma´s und Mama´s Wohnzimmer hindurch... Derzeit noch fester Bestand der künstlerischen Arbeit der Künstlerin... Wehmütig, tröstlich, doch ebenso irgendwann vergänglich...

Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras,

er blühet wie eine Blume auf dem Felde... und wenn der Wind darüber wehet

so ist sie nimmermehr da..

und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.....(aus Psalm 103).

Inge Broska, Künstlerin

 

 

 

Auf einfühlsame Weise verarbeitet Margret Schopka in ihren Arbeiten technisch erstellte

Bodenbeläge, die sie „häutet“ und skelettiert und meist von der Unterseite zeigt.

Die geschäumten, von Alterungs- und Nutzungsspuren gezeichneten Böden nimmt

sie als Untergrund ihrer zarten, aus Blüten und Textilfragmenten erstellten Collagen.

Großangelegte, zuweilen geometrische Formen konstatieren  mit spielerisch

Ausgelegten Arabesken oder floralen  Motiven. Trotz der im Objekt vereinten  Gegen-

sätze strahlen gerade die als „Tausendblumenteppiche“ bezeichneten großformatigen

Werke eine große Ruhe und auch Leichtigkeit aus. Verbundenheit mit Erden, Pflanzen und

dem Sein ist ein Kennzeichen dieser poetischen Werke.

 

Dr. Petra Oelschlägel, Kunstmuseum Villa Zanders

 

 

 

 

 

 

 

 

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© Margret Schopka